Frohe Weihnachten u einen guten Rutsch!!!!

23. Dezember 2010

Der Coaching Revolution Blog meldet sich Mitte Januar wieder.

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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Gefängnisausbruch – eine Übung 2

15. November 2010

Im ersten Teil des Gefängnisausbruches ging es um selbstlimitierende Aussagen, in diesem Teil geht es um selbstlimitierende Fragen, die eine ähnlich Wirkung haben, und unsere Art zu denken, erheblich einschränken können. Deshalb ist es wichtig darauf zu achten, welche Fragen wir uns stellen. Fragen geben unseren Gedanken eine bestimmte Richtung, wir bekommen Antworten auf unsere Fragen, unabhängig davon ob diese Fragen auf Limitationen oder Möglichkeiten fokussieren.

Warum-Fragen werden normalerweise dafür benutzt um die Gründe zu finden, doch birgt diese Art des Fragens eine Gefahr, denn Warum-Fragen können auch als Anklage und Vorwurf verstanden werden und werden so auch häufig benutzt. Gleichzeitig wissen wir manchmal nicht genau, was der Grund für ein bestimmtes Gefühl oder Verhalten ist. Mit Warum-Fragen hypnotisieren wir uns Selbst und es kann sein, dass wir uns nach Warum-Fragen schlechter fühlen als zuvor. Hier einige Beispiele für Warum-Fragen:

• Warum versage ich immer?
• Warum kann ich XY nicht besser machen?
• Warum mag mich Person Z nicht?
• Warum muss mir das immer passieren?
• Warum kann ich nicht schneller vorankommen?

Wir sehen an diesen Fragen, dass es viele Gründe geben kann, warum bestimmte Dinge passieren, denn alleine den Grund zu wissen, bedeutet nicht, dass wir eine Lösung dafür finden. Ich stelle immer wieder mit erstaunen fest, dass diese Art des Fragen in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist.
Die Lösung besteht darin, unsere Art des Fragens zu verändern. Wenn wir Warum-Fragen in Wie-Fragen verändern, dann lenken wir den Fokus unseres Denkens auf Möglichkeiten. Und hier einige Beispiele für Wie-Fragen:

• Wie kann ich XY schaffen?
• Wie kann ich Z besser machen?
• Wie erreiche ich, dass Person Z mich mag?
• Wie kann ich verhindern, dass mir bestimmte Dinge passieren?
• Wie kann ich schneller vorankommen?

Diese Wie-Fragen fokussieren auf Möglichkeiten und Ressourcen. Warum-Fragen regen dazu an Ausreden zu suchen und Verantwortung abzugeben. Wir können mit Warum-Fragen passiv bleiben und in unserem Unglück schwelgen, was manchmal einfacher ist, als aktiv das Leben in die Hand zu nehmen und dafür zu sorgen, dass man das erreicht was man wirklich will. Man kann also sagen, dass die Wie-Fragen eine Gefahr mit sich bringen.

Wer bereit ist etwas zu verändern der kann folgende Übung durchführen:

1. Such Dir einen Lebensbereich heraus, in dem Du unzufrieden bist.
2. Schreibe mindestens 5 Warum-Fragen auf.
Beispiel: Warum fällt mir X so schwer?
3. Spreche jede dieser Fragen laut aus.
4. Notiere die Gedanken, Gefühle und inneren Bilder, die auftauchen, wenn Du diese Fragen laut aussprichst.
5. Wandele die Warum-Fragen in Wie-Fragen um.
Beispiel: Wie erreiche ich, dass mir X leicht fällt?
6. Spreche jede dieser Fragen laut aus.
7. Notiere die Gedanken, Gefühle und inneren Bilder, die auftauchen, wenn Du diese Fragen laut aussprichst.

Die Gedanken, Gefühle und Bilder werden bei den Wie-Fragen andere sein, sie werden motivierender sein. Ich wünsche allen viel Spaß und Erfolg bei den kommenden Veränderungen.

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Gefängnisausbruch – eine Übung

03. November 2010

Wollen wir aus einem Gefängnis ausbrechen, dann wäre es unlogisch, wenn wir die Mauer auf der einen Seite abbauen und auf der anderen Seite gleichzeitig wieder aufbauen. Das leuchtet jedem ein. Doch in unseren Gedanken benutzen wir diese unlogische Strategie ständig und wundern uns, warum wir bestimmte Dinge einfach nicht überwinden oder erreichen können.
Unser innerer Dialog (inneres Selbstgespräch) hat eine starke Wirkung auf unsere Gefühle, Stimmung, Zustand und Verhalten. Meistens sind wir uns nicht bewusst, was wir zu uns selbst sagen, doch es lohnt sich genau hinzuhören und die Art und Weise, wie wir mit uns Selbst reden zu verändern.

Wenn wir ein bestimmtes Ziel verfolgen, und uns dies mehrmals nicht gelingt, oder wenn wir ein Verhalten ändern wollen, wir es aber nicht sofort schaffen, dann sagen wir häufig zu uns: „Ich kann nicht X tun!“ oder „Niemals bekomme/erreiche ich Y!“ oder „Immer misslingt mir Z!“. Mit solchen Sätzen installieren wir das unerwünschte Verhalten wieder und immer wieder neu. Unser Unbewusstes generalisiert diese Sätze in die Zukunft, sodass das Scheitern unbewusst erwartet wird, so wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Um dies zu verändern, sind zwei Schritte notwendig. Wir fügen eine Zeitbegrenzung ein. Das heißt: Anstatt zu sagen: „Ich kann kein Buch schreiben!“ fügen wir eine Zeitbegrenzung ein: „Bis jetzt war ich nicht in der Lage ein Buch zu schreiben!“. Als zweiten Schritt öffnen wir uns mögliche neue Optionen ohne uns unter Druck zu setzen. „Bis jetzt war ich nicht in der Lage ein Buch zu schreiben, aber ich halte mich für die Möglichkeit offen mir die notwendigen Schritte anzueignen!“ – wenn ich mir diesen Satz innerlich sage, dann verändert sich umgehend etwas in meinem Denken und Gefühlen.
Und damit das was ich hier schreibe nicht nur Theorie bleibt, hier die Aufgabe für jeden der langsam aber sicher sein Denken verändern will. Dazu werden ein Stift und ein Zettel benötigt, bitte jetzt holen!

1. Schreibe 5 selbstlimitierende Aussagen in Form von „Ich kann nicht X!“ auf.
Beispiel: Ich kann meine Selbstabwertungen nicht stoppen.

2. Schreibe jede dieser Aussagen neu, füge ein Zeitlimit und Offenheit für neue Möglichkeiten ein.
Beispiel: Bis jetzt war ich nicht in der Lage meine Selbstabwertungen zu stoppen, aber ich halte mich für die Möglichkeit offen, zu lernen mich Selbst zu achten.

3. Schreibe 5 selbstlimitierende Aussagen in Form von „Niemals schaffe ich Y!“ auf.
Beispiel: Ich schaffe es niemals mein Ziel zu erreichen.

4. Schreibe jede dieser Aussagen neu, füge ein Zeitlimit und Offenheit für neue Möglichkeiten ein.
Beispiel: Bis jetzt habe ich geglaubt mein Ziel nicht erreichen zu können, aber ich halte mich für die Möglichkeit offen, dass ich langsam daran glauben kann, mein Ziel zu erreichen.

5. Schreibe 5 selbstlimitierende Aussagen in Form von „Immer passiert mir Z!“ auf.
Beispiel: Ich fühle mich immer unsicher, wenn ich vor Publikum sprechen soll.

6. Schreibe jede dieser Aussagen neu, füge ein Zeitlimit und Offenheit für neue Möglichkeiten ein.
Beispiel: Bis jetzt habe ich mich unsicher gefühlt, wenn ich vor Publikum sprechen soll, aber ich halte mich für die Möglichkeit offen, zu lernen mich sicher zu fühlen, wenn ich vor Publikum spreche.

Diese Übung ist jedoch nicht damit beendet, sondern stellt einen Anfang dar, auf andere Art und Weise zu denken, weil uns durch diese Übung unser innerer Dialog einfacher bewusst wird, und wir umgehend in der Lage sein werden, eine limitierende Aussage so zu verändern, dass wir uns nicht weiter selbst hypnotisieren, sondern uns von alten Dingen lösen können.
Ich empfehle die Übung mindestens einmal im Monat schriftlich zu wiederholen, bei mir persönlich hat es eine Menge bewirkt und ich hoffe, dass es allen die üben genauso gut hilft, wie mir. Viel spaß dabei.

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Aufruf zu mehr Selbstachtung

20. Oktober 2010

Wer kennt das nicht. Wir wollen etwas machen, sind an einem bestimmten Ort, begegnen bestimmten Menschen und plötzlich bekommen wir eine Empfindung in unserem Körper: Angst.

Angst ist ein Grundgefühl und erfüllt eine wichtige Überlebensfunktion. Der Körper schüttet verschiedene Botenstoffe und Hormone aus, die uns in die Lage versetzen, umgehend zu handeln und unser Leben zu schützen. Wir Menschen sind die einzigen Lebewesen, die in der Lage sind, sich selbst Angst zu machen, durch unsere Vorstellungen, inneren Bildern und das, was wir zu uns selbst sagen. Studien haben gezeigt, dass die meisten Ängste die wir uns machen, überhaupt nicht eintreffen.
Fahren wir zum Beispiel mit dem Auto, während plötzlich ein Tier auf die Straße läuft, reagiert das limbische System umgehend, schüttet Adrenalin und andere Stoffe aus, sodass wir blitzartig handeln können, ohne nachzudenken, weil das zu lange dauern würde. Hier ist die Angst überlebenswichtig und notwendig um unser Leben zu schützen.
Angst entsteht immer dann, wenn das limbische System, der sogenannte Mandelkern, eine Gefahr ausmacht. Die Gefahr kann eine reale Gefahr sein, wie ein Angriff, oder auch die Gefahr, dass unser Selbstbild instabil wird.
Wenn bestimmte Menschen ausgeschlossen werden, dann geschieht dies meist aus Angst der Menschen, die die anderen ausschließen. Viele würden sich niemals eingestehen, dass sie Angst haben, wenn sie jemanden ausschließen, sondern finden dafür viele beliebige Gründe, warum es „richtig“ ist und sie ein Recht dazu haben, andere auszuschließen, zu beleidigen oder respektlos zu behandeln. Das hat den Vorteil, dass sie in dieser „harten Männerwelt“ nicht zugeben müssen, vor etwas Angst zu haben und somit, so die Befürchtung, selbst ausgeschlossen zu werden, nicht mehr dazuzugehören, oder dass ihr Selbstbild instabil wird.

Alles, was wir tun hat, direkt oder indirekt, damit zu tun mit unseren Ängsten umzugehen, sie zu vermeiden oder aufzulösen. Empathie zu zeigen stellt eine Herausforderung dar. Eine Herausforderung uns mit unseren Vorurteilen und Ängsten zu konfrontieren. Das fällt besonders schwer, wenn wir davon überzeugt sind, wie andere Menschen sind, ohne diese zu kennen. Also andere bewerten und verurteilen.
Wenn wir jedoch Erfahrungen machen, die nicht unseren bisherigen Überzeugungen entsprechen, können diese Erfahrungen unser inneres Weltbild ins Wanken bringen. Und auch das macht vielen Menschen Angst, sodass viele lieber an ihrem starren Weltbild festhalten.

Menschen sind soziale Wesen. Wir brauchen andere Menschen zum Überleben. Gleichzeitig haben wir verschiedene Beziehungsbedürfnisse, die wir erfüllt haben möchten bzw. uns nach deren Erfüllung sehnen. Jeder Mensch hat ein Recht darauf diese Bedürfnisse auszudrücken, ohne dass er Angst haben muss, dass andere ihn deshalb respektlos behandeln, beleidigen oder ausschließen. Jeder Mensch hat ein Bedürfnis nach Vertrauen und Verbundenheit. In der heutigen Zeit ist es umso wichtiger, die Bedürfnisse eines Menschen zu achten und zu respektieren unabhängig davon, ob dieser Mensch so ist, wie wir es erwarten, oder ob er ganz anders ist, andere Dinge tut, anders aussieht, anders denkt oder an etwas anderes glaubt.

Empathie, Vertrauen und Achtung lösen jene Ängste auf, weil der Körper leichter das beruhigende Hormon Oxytocin ausschütten kann. Achtung vor dem Leben, vor anderen Menschen und Achtung vor dem Schicksal eines jeden Menschen. Damit ich anderen Menschen wirklich wertfrei entgegentreten kann, ist es notwendig bei uns Selbst wertfrei zu betrachten und Selbstachtung zu entwickeln. Denn wer auf sich und seine Bedürfnisse achtet, kann leichter auf andere und deren Bedürfnisse achten.

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Ein Modell der Verhaltensänderung

10. Oktober 2010

Wie oft haben wir uns nicht schon vorgenommen etwas in unserem Leben zu verändern. Endlich Sport zu machen, oder den Kurs zu besuchen, von dem wir uns so viel Positives für unser Leben erhoffen. Und manchmal haben wir uns noch nicht einmal das vorgenommen, sondern sind davon überzeugt, nichts anderes tun zu können. Wir sollten uns jedoch immer vor Augen führen: Wenn wir immer dasselbe tun, werden wir auch immer dieselben Ergebnisse haben. Oder getreu der NLP-Grundannahme: wenn etwas nicht funktioniert: Hör damit auf und probier etwas Neues.
Die unten beschriebenen Stufen sind eine Hilfe um das eigene Verhalten zu verändern und sich gegebenenfalls neue Fähigkeiten anzueignen.

Stufe 1:
Absichtslosigkeit – das Verhalten ist meist passiv-reaktiv. Es herrscht Sorglosigkeit vor, ein Problembewusstsein fehlt, Vorteile einer Verhaltensänderung werden unterschätzt.
Auf dieser Stufe weiß man nicht, dass man ein Problem hat. Meistens sind andere Menschen „schuld“. Man erkennt den eigenen Anteil nicht und lässt alles so laufen, wie es ist. Diese Stufe ist sehr verlockend, weil man sich in seiner „Komfortzone“ befindet. Veränderung bedeutet diese sichere Zone zu verlassen. Wenn ich mich darüber beschwere, zu wenig Kondition zu haben, aber nichts dafür tun möchte, sondern keine Zeit habe, weil mein Chef mir so viel zu tun gibt, dann befinde ich mich auf dieser Stufe.

Stufe 2:
Absichtsbildung – es gibt ernsthafte Überlegungen, sich in den nächsten Monaten ändern zu wollen. Die Absicht der Veränderung besteht. Es erfolgt ein Abwägen der Vor und Nachteile einer Verhaltensänderung. Auf dieser Stufe hat man, im Gegensatz zur ersten Stufe erkannt, dass das Verhalten eine Veränderung benötigt um ein gewisses Wachstum zu erfahren. Ich überlege, ob ich meine Zeitplanung durchdenke und verändere, sodass ich mehr Zeit habe.

Stufe 3:
Handlungsvorbereitung – die Absicht besteht in nächster Zeit das Zielverhalten zu erreichen. Ein konkreter Aktionsplan wird entwickelt und “ausprobiert”. Ich habe mich entschieden, weniger Fernsehen zu schauen und mir drei Stunden Zeit pro Woche für Sport freigemacht. Ich melde mich zu einem Probetraining an und verlege meine Termine auf andere Tage, falls dies nötig ist. Ich kaufe mir Sportkleidung.

Stufe 4:
Handlung/Umsetzung – es kommt zum aktiven Gestalten. Neues Zielverhalten wird regelmäßig umgesetzt. Die Rückfallwahrscheinlichkeit in alte Verhaltensmuster ist hoch. Auf dieser Stufe verlasse ich meine Komfortzone, was sich unangenehm anfühlen kann. Manchmal kommen inneren Stimmen, hoch die das unangenehme Gefühl vermeiden wollen und mir viele Gründe liefern, warum ich aufhören soll. „Das macht kein Spaß“, „das bring mir nichts“, „das dauert zu lange“ oder „ich habe gerade was anderes zu tun, Morgen gehe ich!“ Vorsicht vor diesen inneren Kommentaren, denn sie können dazu führen, dass wir die veränderte Handlung abbrechen, besonders dann, wenn wir noch keine oder für uns unzureichende Ergebnisse sehen. Ich stelle mich auf dieser Stufe meistens vor, wie es sein wird, wenn ich diese Handlung einige Monate gemacht habe. Wie werde ich mich dann verhalten? Wie wird dann meine Kondition sein? Was werde ich ausstrahlen? Wie werde ich mich fühlen? Hilfreich sind andere Menschen, mit denen man gemeinsam die Tätigkeit ausüben kann. Ein gegenseitiges Motivieren trägt immens zum Erfolg bei. Als ich vor 13 Jahren mit dem Training im Fitnessstudio angefangen habe, hatte ich in den ersten 7 Jahren immer einen Trainingspartner. Das trug sehr stark zu meiner Motivation bei. Auch in meiner NLP-Ausbildung trugen die anderen Teilnehmer und die entsprechenden Übungen sehr zur Motivation bei.

Stufe 5:
Aufrechterhaltung – proaktives Verhalten mit stabiler Ausübung des Wunschverhaltens bei geringer Rückfallwahrscheinlichkeit setzt ein. Auf dieser Stufe wurde das neue Verhalten zur Gewohnheit. Das erkennt man daran, dass wenn man dieses Verhalten nicht ausüben kann, man sich in gewisser Weise „schlecht“ fühlt. Die Komfortzone wurde soweit ausgedehnt, dass das neue Verhalten in der Komfortzone liegt und sich bequem und sicher anfühlt. Neue Fähigkeiten können sich entwickeln und meistens entstehen neue Überzeugungen, manchmal auch auf der Identitätsebene. Man macht kein Sport mehr, sondern man ist Sportler, sodass man sich mit dem neuen Verhalten identifiziert.

Es ist hilfreich zu wissen, auf welcher Stufe man sich befindet und worauf man zu achten hat. Entscheidend ist die konkrete Handlung. Möchte man ein altes Verhalten verändern, kann es durchaus notwendig sein, an den alten Überzeugen zu arbeiten und sich zu fragen, wofür das alte Verhalten gut ist, welchen Zweck dieses erfüllt. Egal ob man ein Verhalten ändern möchte, oder neue Fähigkeiten aufbauen will, es setzt immer eine konkrete Handlung voraus.

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Kritik und Bedürfnisse

01. Oktober 2010

Wer hat nicht schon folgende Aussagen gehört oder benutzt: „Die anderen sind gemein!“, „Der ist peinlich.“ oder „Der ist egoistisch!“. Noch häufiger hören wir diese Aussagen in Bezug auf uns: „Du bist gemein!“, „Du bist wie … !“ oder „Du bist ein … !“
Wenn man solche Aussagen macht, sagt man damit aus, dass die Person diese Eigenschaft immer und zu jeder Zeit hat, was faktisch nicht beweisbar ist. Es wird nicht zwischen dem situationsspezifischen Verhalten und der Identität getrennt. „Du bist ein Versager!“ sagt aus, dass die Person immer ein Versager ist und in allem versagt. Natürlich kann man diese Sätze mit dem aus dem NLP bekannten Meta Modell der Sprache hinterfragen: „Ist er immer so?“, „Wer genau ist gemein?“ oder „Woran machst Du das fest?“, doch mit diesen Fragen dreht man sich meist im Kreis.
Gehen wir eine Ebene tiefer, stellt sich die Frage, wie die Person zu der Aussage kommt und was sie wirklich damit ausdrücken will.
Alle Menschen haben Bedürfnisse und wir wollen, dass unsere Bedürfnisse erfüllt werden. Dabei kann die Wichtigkeit der Bedürfnisse von Person und Kontext abhängig unterschiedlich sein. Wir haben Bedürfnisse nach:
1. Grundlegende Körperliche – Essen, Luft, Wasser, (Sex)
2. Sicherheit, Schutz
3. Verständnis und Empathie
4. Liebe
5. Spiel und Erholung
6. Kreativität
7. Geborgenheit
8. Autonomie und Selbstbestimmung
9. Sinn und Bedeutung
Werden diese Bedürfnisse erfüllt, fühlen wir Entspannung und Zufriedenheit und erleben dies als Freude, werden diese Bedürfnisse missachtet und nicht erfüllt löst es in uns Anspannung, Stress und Angst aus.
Dummerweise leben wir in einer Gesellschaft, in der die Bedürfnisse des Einzelnen missachtet, ja sogar aberzogen werden. Ich erinnere mich an den Satz meiner Mutter: „Du kannst viel wollen, und wenig bekommen!“ Spätestens da wusste ich, dass meine Bedürfnisse nicht so wichtig sind. Was zur Folge hat, dass man irgendwann damit aufhört zu sagen, was man möchte, damit zumindest das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit erfüllt bleibt. Ein Teufelskreis.
Wir lernen in dieser Gesellschaft zu bewerten und zu richten. Das beginnt beim Benoten in der Schule, wo genau die Dinge hervorgehoben werden, die wir falsch gemacht haben, geht weiter auf der Arbeit und zieht sich bis in unsere Beziehungen.
Wir handeln also danach, die Dinge, die wir tun, „richtig“ und „gut“ zu tun. Das impliziert, dass irgendjemand das Recht und Wissen hat, zu bestimmen, was „richtig“ und „gut“ ist.
Und anstatt zu sagen, was wir möchten, was wir fühlen und wie es uns geht, sagen wir: „Du bist aber egoistisch!“ oder „der ist doof!“. Wir verpacken somit unsere Bedürfnisse in Kritik. Der Kritisierte fühlt sich dadurch noch schlechter. Und je stärker wir bewerten und über andere richten, desto weniger drücken wir das aus was wir eigentlich wollen, wir missachten somit unsere eigenen Bedürfnisse und unsere Selbstachtung sinkt.
Als ich angefangen habe mich mit diesem Thema zu beschäftigen, war mir nicht klar, was meine Bedürfnisse sind und diese dann auch noch auszudrücken war fast unmöglich, denn ich lebte mit einem Weltbild, dass sich in gut und böse/schlecht unterteilt. Und ich wollte schließlich zu den Guten gehören.
Doch wie schon gesagt, was ist eigentlich gut? Und wer bestimmt das? Die Schule? Die Politik? Die Kirche? Die Religionen? Sicher nicht. Die Einzigen die das Recht haben über unser Verhalten zu richten, sind wir selbst.
Kein Mensch ist „gut“ oder „böse“, sondern handelt immer danach, seine Bedürfnisse zu befriedigen. Auch Menschen, die gegen das Gesetz verstoßen und in den Augen mancher verachtenswert sind, sind niemals immer nur „böse“ oder „schlecht“, sondern versuchen mit einer suboptimalen Strategie eines der oben genannten Bedürfnisse zu befriedigen.

Werde ich kritisiert, dann frage ich mich, welches Bedürfnis steht hinter der Kritik. Ich werde meist sehr schnell fündig, was dazu führt, dass ich mich nicht angegriffen fühle.
Gleichzeitig verändert sich etwas, wenn wir anfangen auszudrücken, was wir möchten und was wir nicht möchten.
Dazu gehört, dass wir lernen mit Zurückweisung umzugehen. Jeder Mensch hat das Recht auszudrücken, was er möchte und gleichzeitig, hat jeder Mensch auch das Recht „NEIN!“ zu sagen, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen.
Wir haben nur dieses Leben und kein anderer trägt die Verantwortung für die Dinge, die wir tun und die wir nicht tun. Und bevor wir andere Menschen bewerten und kritisieren, sollten wir uns daran erinnern, dass wir auf einer gewissen Ebene alle nach demselben streben – der Erfüllung unserer Bedürfnisse. Und wenn wir unsere Bedürfnisse ausdrücken, steigt unsere Selbstachtung, was dazu führt, dass wir andere weniger kritisieren. – Ein positiver Teufelskreis

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Gut oder schlecht?

22. September 2010

Wir leben in einer Welt, so scheint es auf den ersten Blick. Doch wenn wir genauer hinsehen, unterscheidet sich diese Welt von Mensch zu Mensch sehr stark. Wir neigen dazu Dinge, die uns passieren zu bewerten und geben ihnen einen Sinn. Bewertungen wie gut, schlecht, normal, anormal, unnormal, richtig und falsch bestimmen unser Denken und unsere Gefühle. Schon die alten Griechen erkannten, dass es nicht die Dinge an sich sind, die schlecht oder gut sind, sondern die Bedeutung, die wir Ihnen geben.
Wenn eine Sache passiert, dann ist sie passiert, mehr nicht. Ob sie dann gut oder schlecht ist, hängt von unserem individuellen Bewertungssystem ab. Wir lernen seit unserer Kindheit Dinge die uns passieren nach „gut“ und nach „schlecht“ zu bewerten. Das geht in der Schule weiter, wo Noten vergeben werden, was ich für sehr fatal halte. Schreckensnachrichten in den Medien tragen ihr übriges dazu bei, dass wir mit eingezogenem Kopf durch die Welt laufen und nur danach schauen, ob wir gerade etwas gut machen oder nicht. Gleichzeitig definieren wir unseren Selbstwert nach diesem Schema. Selbstwert impliziert eine Bewertung meines Selbst. Wenn wir also etwas „gut“ machen, dann steigt der Selbstwert, machen wir dagegen etwas „schlecht“ sinkt unser Selbstwert. Doch der Selbstwert kann und darf niemals an eine Leistung gekoppelt sein, weil der Mensch an sich wertvoll ist, er muss nichts dafür tun.
Ich bin zum Beispiel auf einem großen Anwesen aufgewachsen. Mein Vater hat sehr viel gearbeitet und war selten für mich da. Dementsprechend war es für mich wichtig, die Dinge die es zu erledigen gab, wie Hausaufgaben, im Garten helfen, besonders gut zu machen. Immer in der Hoffnung von meinem Vater zu hören, wie gut ich es mache, wie stolz er auf mich ist. Allerdings ist mein Vater kein Typ, der mit Lob und guten Worten um sich geworfen hat, und so begann ich an mir zu zweifeln. Meine Schlussfolgerung war. Wenn Papa mich nicht lobt, dann muss ich was falsch machen bzw. muss ich falsch sein. Mein Selbstwert hing an den Worten und Bewertungen meines Vaters. Als Kind dachte ich, dass ich alles so gut wie möglich machen muss, um endlich das zu bekommen, wonach ich mich sehnte. Und so wurde ich älter und lief mit dem Gedanken im Hinterkopf durch die Welt, ob das was ich mache gerade gut, schlecht, lieb, böse, normal oder nicht normal ist. Mit solchen Gedanken zu leben ist anstrengend, weil unsere Gedanken und Bewertungen für unsere Gefühle verantwortlich sind. Wenn ich meiner Meinung nach etwas schlecht gemacht habe, weil mir eine bestimmte Sache nicht gelungen ist, dann sagte ich meist zu mir: „Oh, wie entsetzlich!“ oder „Wie schrecklich!“. Wenn einem etwas nicht gelingt, wie es sollte, und man sich diese Worte sagt, führt das unweigerlich dazu, dass man sich Gefühle von Angst, Depression, Schuld und Scham macht. Und gleichzeitig festigt und unterstützt es die Überzeugung, „schlecht“ oder „nicht gut genug“ zu sein und wirkt sich auf das Selbstwertgefühl aus. Man versucht diese Gefühle zu vermeiden und verhindert dadurch, sein volles Potenzial auszuschöpfen. Zur damaligen Zeit dachte ich, dass es für mich schlecht war, kein Lob zu bekommen. Heute denke ich, dass mich genau das auf den Weg gebracht hat, den ich gegangen bin. Ich wäre, wenn es anderes gewesen wäre, nicht der der ich bin. Ich hätte niemals die Motivation und den Willen gehabt, so an mir zu arbeiten und mich zu hinterfragen. Also kann man sagen, dass es im Nachhinein gut war.
Die Dinge, die uns im Leben passieren, sind also weder „entsetzlich“ noch „schrecklich“ oder „furchtbar“, sondern bestenfalls unangenehm. Auch das was wir für „gut“ oder „schlecht“ halten, ist in der Sache weder das eine noch das andere. Es hängt von der Bedeutung ab, die wir den Dingen in unserem Leben geben. Und die Bedeutung kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein.
Wir sollten bewusst machen, dass viele Dinge die wir für „entsetzlich“ oder „schrecklich“ halten, einfach nur unangenehm und nicht wünschenswert sind, mehr nicht. Wir können uns fragen: „Wo steht geschrieben, dass es nicht schwer sein darf?“ oder „Gibt es ein Gesetz, das besagt, dass ich es einfach haben muss?“. Diese Art zu denken verhindert in extrem unerwünschte Zustände zu geraten. Und gleichzeitig können wir unsere Bewertungen hinterfragen: „Woher weiß ich das?“. Woher weiß ich, dass mich Person X nicht mag? Nur weil sie mich nicht angesehen hat? Es könnte auch bedeuten, dass sie in Gedanken ist. Woher weiß ich, dass es an mir liegt, wenn mich die Kellnerin nicht bedient? Woher weiß ich, dass ich keine Chance habe in einem glücklicheren Job zu arbeiten. Wenn wir uns diese Fragen stellen, und sie ernst nehmen, stellen wir fest, dass wir eigentlich gar nichts wissen. Wir glauben nur zu wissen, wie die Dinge sind. Und dann erlangen wir wahre Freiheit.

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Hätte ich doch nur…. habe ich!

13. September 2010

In der Sozialpsychologie wird ein unangenehmer Gefühlszustand, der durch widersprüchliche Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen oder Wünschen entsteht, „kognitive Dissonanz“ genannt. Da jeder Mensch damit zu kämpfen hat, ist es hilfreich, darüber bescheid zu wissen.

Wenn uns bewusst wird, dass eine Sache, die wir uns vorgenommen haben, schwerer wird als erwartet, oder wir etwas kaufen und sich danach herausstellt, dass das Produkt zu teuer war und wir es hätten zu einem besseren Preis bekommen können, dann entsteht kognitive Dissonanz. Die Folge ist ein als subjektiv unangenehm empfundenes Gefühl.
Um dieses Gefühl wieder aufzulösen, greifen wir unbewusst zu verschiedenen Mechanismen. Es kann sein, dass wir das Gewünschte herunterspielen: „War mir nicht so wichtig!“ oder „Hätte nur Ärger gemacht!“.
Viele Männer kennen das bei der Partnersuche. Sie sehen eine Frau, die sie kennenlernen möchten, trauen sich aber nicht diese anzusprechen und spielen es herunter um das negative Gefühl aufzulösen: „So toll sah sie aus der Nähe auch nicht aus!“ oder „Die hat bestimmt einen Freund!“. Man rechtfertigt also sein Nichthandeln mit Kommentaren, die das eigene Selbstbild stabilisieren und schützen.

Ich war vor einigen Tagen zu Gast in einer mexikanischen Bar, weil ich Burritos essen wollte. Ich nahm Platz und wartete auf die Kellnerin, doch diese ließ auf sich warten. Nach einiger Zeit verspürte ich ein unangenehmes Gefühl, weil ich vorher dachte, dass ich nach spätestens zehn Minuten zumindest Getränke bestellen konnte. Schließlich hatte ich Hunger und wollte etwas essen. Doch so war es nicht. Es entstand eine Differenz, ein Widerspruch in meiner Kognition, gefolgt von einem unangenehmen Gefühl. Ich fing an diesen Widerspruch herunterzuspielen, um dieses unangenehme Gefühl nicht mehr spüren zu müssen. Ich sagte zu mir: „Die wird viel zu tun haben!“ und „Sie wird gleich kommen!“. Doch die Kellnerin kam nicht, obwohl ich wirklich nicht zu übersehen bin. Also stand ich auf und ging an die Theke. Gleichzeitig war mir bewusst, dass wenn ich aus diesem unangenehmen Gefühl heraus eine Forderung oder Bitte stelle, es völlig falsch aufgefasst werden könnte, schließlich macht der Ton die Musik. Mir stehen für solche Situationen viele Möglichkeiten der Kommunikation zur Verfügung, das bedeutet aber nicht automatisch, dass mir diese Möglichkeiten auch immer einfallen. Ich habe es mir seit einiger Zeit zur Gewohnheit gemacht meine Bedürfnisse auszudrücken, ohne diese in Kritik zu packen, oder andere Menschen verbal anzugreifen. Also sagte ich Folgendes: „Hi, Sie haben bestimmt viel zu tun heute?!“. Ich holte sie NLP technisch in ihrer Welt ab, indem ich beschrieb, was ich wahrnehmen konnte, denn es war viel los. Sie antwortet freundlich lächelnd: „Ja, das stimmt!“. Und so drückte ich mein Bedürfnis aus: „Ich möchte gerne die Speisekarte und etwas zu Trinken bestellen!“. Zwei Minuten später bekam ich mein Getränk und konnte etwas zu Essen bestellen. Als wir die Bar verließen, entschuldigte sich die Kellnerin nochmals bei mir.
Für mich war es wichtig, dass ich gehandelt und das ausgedrückt habe, was für mich in diesem Moment wichtig war. Das negativ empfundene Gefühl der kognitiven Dissonanz verschwand und verwandelte sich in positive Freude.

Hätte ich weiterhin gewartet und es vermieden mein Bedürfnis auszudrücken, wäre das negative Gefühl nur stärker geworden. Wahrscheinlich hätte ich gedacht, die Kellnerin sei „unfähig“ oder die Bar an sich wäre „schlecht“. Doch dies hätte nur den Zweck gehabt mein negatives Gefühl aufzulösen und in keiner Weise der Wirklichkeit entsprochen. Nur weil ich über diesen Mechanismus bescheid weiß, kann ich etwas dagegen tun und dies wirkt sich positiv auf meine Selbstachtung und Selbstrespekt aus.

Das bedeutet für die Praxis: Anstatt die Dinge, die wir wollen und für die wir uns entschieden haben, zu relativieren oder herabzuwürdigen, akzeptieren wir sie so, wie sie sind, auch wenn es unangenehm ist. Wir akzeptieren damit die Wirklichkeit, denn häufig ist die Wirklichkeit anders, als wir uns wünschen, anders als wir denken, anders als wir erwarten und anders als wir uns erhofft haben. Wenn wir anfangen mit der Wirklichkeit zu hadern, hadern wir mit dem Leben und das hat automatisch negative und unangenehme Gefühle zur Folge. Akzeptieren wir uns, unsere Gefühle und die Situation so, wie es ist, dann sind wir in der Lage auf unsere Ressourcen zurückzugreifen und unsere Bedürfnisse auszudrücken, was unser gesamtes Leben verbessern und bereichern wird.

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Problem, oder was?

05. September 2010

Auf die Frage, was uns Menschen antreibt und motiviert, gibt uns die Psychologie folgende Antwort: Lustgewinn und Schmerzvermeidung. Wir bewegen uns weg von Dingen, die wir nicht wollen und hin zu Dingen, die wir wollen. Die Grundvoraussetzung ist, dass wir wissen was wir wollen und was wir nicht wollen.

Die Hirnforschung hat in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse über das menschliche Gehirn gewonnen. Und eine Erkenntnis finde ich sehr bemerkenswert. Unser Gehirn programmiert sich selbst bei den Dingen, die wir tun. Wenn wir ein Problem oder eine Aufgabe lösen, sodass wir eine gewisse Anstrengung benötigen, um es zu schaffen, dann werden in unserem Gehirn neue Strukturen und Verknüpfungen gebildet. Schon beim zweiten Mal klappt die Aufgabe schon viel besser und schneller als vorher, bis wir letztendlich die Aufgabe, vor der wir Angst hatten und die uns beim ersten Mal so schwer fiel, mit Leichtigkeit und wie von alleine erledigen können. Das menschliche Gehirn ist ein Problemlösungsorgan und was könnte uns besseres passieren, als Probleme zu haben. Natürlich sollten diese Probleme bewältigbar sein und uns gleichzeitig herausfordern sowie emotional berühren.

Es kommt häufig vor, dass wir Schmerzvermeidung mit Problemvermeidung verwechseln. Ich war vor einigen Jahren im Europapark und fuhr dort mit der Achterbahn. Beim Achterbahnfahren werden Stresshormone ausgeschüttet. Bauen wir den Stress zum Beispiel durch lautes Schreien ab, dann fühlen wir uns danach euphorisiert und gut. Als ich jedoch mit der Achterbahn fuhr, klammerte ich mich am Sitz fest, spannte jeden mir zur Verfügung stehenden Muskel an und hoffte, dass ich es überlebe. Es ist übrigens nicht sinnvoll sich vorzustellen, wie sich die Schrauben in der Kurve lösen. Ich tat alles was verhinderte, dass die Stresshormone in meinem Körper abgebaut werden konnten. Und so fühlte ich mich auch. Alles tat mir weh und ich wollte nie wieder Achterbahn fahren. Ich hielt mich fern vom Europapark, nur manchmal dachte ich an diese Achterbahn. Schon der Gedanke daran löste Stress und Angst in mir aus, denn der Mensch ist das einzige Wesen, das bei sich selbst  Stresshormone ausschütten kann. Mein Problem entstand durch innere Schreckensbilder und negativem inneren Dialog und die Ursache war: eine irrationale Überzeugung, die Angst bei mir auslöste. Gleichzeitig war das, was ich als peinlich bewertete, nämlich laut in der Achterbahn zu schreien, in Wirklichkeit überhaupt nicht peinlich. Nachdem ich dies erkannte und meine Überzeugung veränderte, fuhr ich wieder in den Europapark und konfrontierte mich mit der Achterbahn. Ein Teil in mir versuchte mich noch davon abzubringen, doch ich hatte mich entschieden. Letztendlich war die Fahrt großartig und ich fühlte mich, als ob ich schweben würde, einfach nur euphorisiert, sodass ich dreimal mit dieser Achterbahn fuhr. Es war toll, ich erlaubte mir das zu tun, wonach mir in diesem Moment war, nämlich laut zu schreien und los zu lassen.

Und so wurde eine geglaubte Schmerzvermeidung zu einem Lustgewinn. Und ein Problem, dass ich vermeiden wollte zu einer wertvollen Ressource. Unser Gehirn ist wie gesagt ein Problemlösungsorgan. Aus dem unkontrollierbaren Stress wurde, nachdem ich meine Überzeugung veränderte, kontrollierbarer Stress. Ich hatte ein weiteres Problem gelöst und mein Gehirn programmiert.

Wenn wir wirklich wachsen und uns entwickeln wollen, sollten wir uns Dinge aussuchen, die uns Probleme machen und die uns berühren. Wir sollten dankbar sein, wieder ein Problem zu haben. Auch wenn man viel für sich getan hat und immer noch tut, die Probleme verschwinden niemals, es bleibt jedoch uns überlassen, wie wir damit umgehen. Wer möchte, kann sich seine Ziele anschauen und sich dabei fragen: Sind meine Ziele so gewählt, dass ich an irgendeiner Stelle Probleme bekommen werde? Und wenn ich diese Probleme bewältige und das erreiche was ich will, wäre ich dann stolz auf mich und würde mich freuen? Habe ich es mir selbst ausgesucht? Wer alle Fragen mit JA beantworten kann, weiß jetzt, dass das ausgewählte Ziel wirklich lohnenswert ist.

Wenn man Probleme und Aufgaben hat, diese bewältigt, sich “durchwurschtelt” und am Ende stolz auf sich ist, dann braucht man sich nicht mit Belohnung und Bestrafung zu dressieren, oder dressieren zu lassen, sondern freut sich auf die nächste Herausforderung. Probleme sind Lösungen und Wachstum in Arbeitskleidung.

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Es ist soweit!

01. September 2010

Endlich ist es soweit, mein Blog ist fertig und ich freue mich wie ein kleines Kind darüber. Eigentlich wollte ich den Blog schon Anfang des Jahres veröffentlichen und regelmäßig bearbeiten. Man beachte das Wort eigentlich. Wer kennt das nicht: Man möchte etwas machen, hat sich ein Ziel gesetzt, sich alles fest vorgenommen, kennt die genauen Schritte und weiß, was zu tun ist und trotzdem tut man es nicht, sondern erfindet Ausreden und Rationalisierungen. So war das auch bei mir und meinem Blog. Da ich mir dessen bewusst war, habe ich versucht mich durch Belohnung und Bestrafung zu motivieren. Also die Verstärkermethode aus der Verhaltenstherapie benutzt. Und was ist passiert? Nichts. Im Gegenteil, ich wurde noch motivationsloser. Das liegt daran, dass ich mich nicht gerne selbst „dressiere“, denn nichts anderes ist diese Belohnung/Bestrafung Methode. Das hat in der Schule schon nicht funktioniert, weil man sich damit den Spaß am Entdecken „abdressiert“ und nimmt. – und dann hatte ich die Erleuchtung.

Ich habe es mir doch selbst ausgesucht, niemand zwingt mich einen Blog zu haben und zu pflegen. Ich erkannte auch, dass mein Blog nicht perfekt sein muss. Kurz nach dieser Erkenntnis veränderte sich meine Motivation. Ich begann mich zu freuen. Die inneren Stimmen, die vorher noch zu mir sagten: „Du solltest mal anfangen!!“, „Du musst endlich mal loslegen!“ und „Das kann doch nicht sein, dass Du keine Lust hast!“ veränderten sich und verstummten, sodass ich mich darauf freuen kann und es einfach mache. Ein tolles Gefühl.

Ich möchte meinen Blog nutzen, um andere Menschen an meinen Erfahrungen, Gedanken, Erkenntnissen teilhaben zu lassen und vielleicht den einen oder anderen Leser zum Nachdenken anregen.

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